Liebe. Dich. Selbst.

Es ist ein sehr einfacher Satz. An der Umsetzung hapert’s aber ziemlich. Ich mein, wer liebt sich schon selbst? Mit allem drum und dran, mit jeder Delle, jeder Falte, jedem Muttermal? Ich kenne eigentlich keine Frau, die rundum mit sich selbst zufrieden ist. Es ist immer irgendwas: Der Hintern, die Haare, die Pölsterchen auf den Hüften. Bei mir selbst sind es die Oberschenkel, die ich schon seit Jahren versuche loszuwerden. Im letzten Jahr gab es für mich die Diagnose Lipödem, was das Ganze außerdem nicht leichter macht.

Wenn dich jemand fragen würde, was du am meisten an dir liebst, was würdest du antworten?

Die Augen? Halt nein, ich finde meine Augenfarbe zwar ganz schön, aber ich bin stark kurzsichtig und hasse das Gefühl ohne Brille, denn ich kann ohne Brille und ohne Kontaktlinsen überhaupt nichts sehen.

Meine Füße? Ne, Füße find ich sowieso absolut hässlich und meine eigenen erst recht.

Und so könnte es ewig weitergehen. Wir Frauen sind da ganz furchtbar, denn wir finden immer was. Nicht nur bei uns selbst, auch bei anderen. “Also so würde ich mich nicht aus dem Haus trauen!” “Siehst du die da drüben? Die hat ja ne ganz komische Frisur!” und so weiter und so fort.

Vielleicht sollten wir aber auch einfach mal aufhören zu tratschen und zu jammern. Über uns selbst und über andere. Und einfach mal anfangen uns selbst zu lieben, so wie wir sind. Ich plane mittlerweile regelmäßig “Me-Time” in meinen Alltag. Das bedeutet nicht, dass man sich selbst von einem auf den nächsten Tag über alles liebt, wenn man diese “Me-Time” zelebriert und keine Makel mehr findet, aber ich setze mich in dieser Zeit einfach bewusst mit mir selbst auseinander. Und das ist keinesfalls egoistisch, es ist sogar sehr natürlich.

Aber warum ist Selbstliebe so schwer?

Nicht mal die Psychologen wissen, warum das so ist. Die sind sich da ziemlich uneinig. Es gibt Hypothesen über Leistungsdruck in der Kindheit, den Leistungszwang in der Gesellschaft oder aber über Traumata. Am Ende ist es wahrscheinlich eine Mischung aus allem – eine konkrete Ursache gibt es einfach nicht.

Die gute Nachricht ist aber: jeder kann Selbstliebe erlernen. Wie genau, darüber gibt es zig Artikel in Frauenzeitschriften, im Internet oder in den sozialen Netzwerken. Was dein eigener Weg zu mehr Selbstliebe ist, das musst du selbst herausfinden. Es gibt keinen Guide, der dir hundertprozentigen Erfolg versprechen kann. Aber das ist auch gut so. Denn Selbstliebe ist ein Prozess. Und jeden Tag lieben wir uns selbst ein Stückchen mehr.

Vielleicht ist dieser Blogeintrag auch gar nicht zu Ende gedacht, vielleicht ist das hier auch nur ein Potpourri an Gedanken, die aktuell in meinem Kopf herumschwirren und die ich irgendwie visuell erfassen musste. Vielleicht regt ja auch euch dieser Text zum Nachdenken an. Egal, was es für euch ist, ich wünsch euch noch einen schönen Sonntag!

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