Die Sache mit der Work-Life-Balance

Ich glaube als Kind hatte jeder von uns mindestens(!!) ein richtiges Hobby. Bei mir war es zuerst Aerobic, dann wurde das ein paar Jahre später durch Schwimmen ersetzt und irgendwann durch Fußball. Nebenbei hab ich noch haufenweise Bücher verschlungen und mich auch musikalisch ausgetobt, sei es in der Schule im Chor oder in der Rockband oder mit Gesangsunterricht. Und jetzt? Jetzt hab ich definitiv weniger Hobbys – wenn man das überhaupt noch Hobby nennen darf – und dafür viel mehr Pflichten.

Arbeit, Versicherungen, Putzen, Einkaufen – man ist doch als Erwachsener manchmal nur noch im Dauerstress. Oder geht’s da nur mir so? Ich denke nicht. Im ersten Lockdown hab ich dann nochmal kurz mit einem Hobby angefangen und wieder meine Videokamera rausgeholt und YouTube-Videos gedreht. Aber auch das hab ich mittlerweile wieder verworfen – mir fehlt einfach die Zeit. Außerdem hab ich mittlerweile andere Verpflichtungen (wenn auch selbst so gewählt).

Überall liest man von Work-Life-Balance und ja, ich fände es definitiv schön, wenn ich wieder mehr Hobbys und mehr Sachen, die mir Spaß machen, in mein Leben bringen könnte. Die Frage ist… wie? Wenn es so leicht wäre, dann würde das doch schon längst jeder machen oder? Schließlich stehen in der Gesellschaft heute eher die Worte “Karriere, Geld und Familie” im Vordergrund als “Freizeit” und “Hobbys”. Schade eigentlich. Denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man seine beruflichen Ziele besser erreicht, wenn das Leben im Gleichgewicht ist. Und dazu gehört dann eben auch sich die Zeit für etwaige Hobbys zu nehmen.

So Vieles kann ein Hobby sein. Vom Kochen & Backen bis hin zu einer Sportart oder zum Schreiben. Es geht aber nicht darum, seinen Körper auszulasten, sondern darum, den Geist zu beschäftigen. Vielleicht lernt man ja auch eine neue Sprache oder man liest in jeder freien Minute. Man muss ja auch gar nicht gut sein in seinem Hobby. Okay, also wenn ihr Backen zum Hobby habt und der Kuchen vielleicht auch noch beim fünften Mal wieder halb-roh aus dem Ofen kommt, dann würde ich die Hobby-Auswahl vielleicht nochmal überdenken. Wobei… auch der Lernzprozess, also dass der Kuchen irgendwann so wird wie er sein soll – das ist ja auch schon wieder irgendwo ein Hobby.

Bei einem Hobby sollte man sich schließlich ausprobieren, auch mal scheitern, Schwächen finden und sie akzeptieren. Und nebenbei tut man auch noch etwas, was einem Spaß macht. Also lasst uns wieder mehr Hobbys finden und ausleben. Bei mir liegen die Fußballschuhe wieder bereit.

2 thoughts on “Die Sache mit der Work-Life-Balance

  1. Ein sehr guter Freund hat mir nun seine Spiegelreflexkamera geliehen und ich hoffe, ich kann mich damit bald beschäftigen, aber ja hier steht leider eher erst einmal Arbeiten im Vordergrund, denn alleinerziehend muss man da schon einiges wuppen, aber nichts ist unmöglich – dafür gönne ich mir eben meinen Sport als Ausgleich liebe Grüße Gaby

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    1. Fotografieren stelle ich mir auch super als Ausgleich vor. 🙂 In der Natur spazieren gehen, anhalten, wenn man etwas so richtig schön findet, dass man es festhalten will. Toll! Aber ich verstehe die auch absolut, alleinerziehend sein ist definitiv kein Zuckerschlecken. Ich drück die Daumen, dass du bald mal zur Spiegelreflex kommst 🙂

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